Landtagskandidatin Dr. Monika Tremel

In der Aufstellungsversammlung von Bündnis 90 / Die Grünen im Stimmkreis Erlangen-Höchstadt wurde unsere Sprecherin Dr. Monika Tremel ohne Gegenstimme zu unserer Direktkandidatin für die Landtagswahl 2023 gewählt. Über Ihre Ziele gibt Sie in einem Interview Auskunft, welches auch in der Grünen Post in Kalchreuth erschienen ist.

Für alle, die dich noch nicht kennen – was sollte man über dich wissen und was bewegt dich dazu, Politik zu machen?
Ich bin 55 Jahre alt, verheiratet und habe zwei Kinder im Alter von 14 und 17 Jahren. Wir leben als Familie sehr gerne in Kalchreuth, schließlich sind unsere beiden Kinder hier im Ort geboren und damit „waschechte“ Kalchreutherinnen. In meiner Freizeit gehe ich gerne Schwimmen, mache Musik oder spiele Schafkopf. In die Politik hat es mich gezogen, weil ich glaube, dass wir in einer Zeit leben, in der man sich mehr denn je engagieren muss. Und was mich vor allem persönlich bewegt, Politik zu machen, ist die Frage: „Was kann ich beitragen bei der Bewältigung der aktuellen Probleme unserer Zeit?“ Diese Frage ist für mich in den vergangenen Jahren immer drängender geworden. Ich habe mich entschieden, mich einzusetzen für eine glaubwürdige Politik und für eine lebenswerte Zukunft unserer Kinder. Wenn mich meine Kinder einmal fragen werden: „was hast Du damals getan für die Demokratie und für die Bekämpfung des Klimawandels?“, dann möchte ich vor mir und vor ihnen geradestehen können. Das ist das, was mich ganz persönlich antreibt.

Warum sind die GRÜNEN deine politische Heimat geworden?
Die GRÜNEN sind für mich schon immer die Partei, die glaubwürdig für Demokratie und Menschenrechte, für Klimaschutz und Gleichberechtigung steht und dafür überzeugend eintritt. Und sie ist für mich die Partei, die viele exzellente Fachleute in ihren Reihen hat, die Verantwortung übernehmen und sich nicht wegducken, wenn es schwierig wird. Bei den GRÜNEN eingetreten bin ich vor vier Jahren, im Herbst 2018, während des letzten Landtagswahlkampfs. Ich hatte das Bedürfnis, dem unsäglich populistischen Wahlkampf Markus Söders und der CSU, sowie dem damit verbundenen Rechtsruck in der politischen Debatte, etwas entgegenzusetzen. Mit meinem Parteieintritt bin ich auch politisch aktiv geworden. Denn ein Motto von mir ist auch, dass ich keine Karteileiche sein will, sondern mich, wenn ich wo mitmache, auch aktiv einbringen möchte. Und so habe ich hier in Kalchreuth zusammen mit einigen anderen Parteifreundinnen im Juni 2019 den GRÜNEN Ortsverband neu aus der Taufe gehoben. Wir haben bei der Kommunalwahl ein beachtliches Ergebnis erzielt, haben bereits einiges bewegt und sind eine aktive Fraktion im Kalchreuther Gemeinderat.

Das klingt ja schon nach vielen Aufgaben! Wie kam es zusätzlich zur Idee, für den Landtag zu kandidieren?
Ich komme aus der Kommunalpolitik. Wenn man möchte, dass das Leben auf dem Land besser wird, braucht es Menschen in der Politik, die solche Interessen vertreten und die Nöte vor Ort kennen. Wir bekommen ja in der Kommunalpolitik regelmäßig mit, welche Themen die Landesregierung liegen lässt und was dringend geregelt werden muss, damit Kommunen auf dem Land lebenswerte Orte bleiben. Beispiel Fördermittel: hier braucht es eine zentrale Anlaufstelle, die den Kommunen konkret hilft. Eine kleine Verwaltung wie Kalchreuth schafft das zusätzlich zu den originären Aufgaben nur schwer. Beispiel Schulanbau: man weiß, dass ab 2026 eine Ganztagesbetreuung schrittweise umzusetzen ist, aber klare Vorgaben, was dies in Bezug auf die Räumlichkeiten bedeutet, fehlen — und hierfür sind ja die Kommunen verantwortlich. Beispiel Tempolimits innerorts: durch einen Ort laufen die Staats- und Kreisstraßen, aber die Kommune hat zu wenig Spielraum, die eigenen Bürger*innen vor der Verkehrsbelastung zu schützen. Es gibt noch vieles mehr, sei es das Thema Digitalisierung der Verwaltung, sei es der Ausbau der erneuerbaren Energien oder die Sanierung von öffentlichen Liegenschaften — in alles muss sich die Kommune selbst einarbeiten, das ist für kleine Kommune kaum zu stemmen.

Was sind aus deiner Sicht die wichtigen Themen für den Landtagswahlkampf?
Am vordringlichsten ist natürlich, dass wir die Energiewende in Bayern vorantreiben und den Ausbau der erneuerbaren Energien genauso ambitioniert angehen, wie das derzeit im Bund geschieht. Wir brauchen einen massiven Zubau an Windkraft, und das schnell. Die andere Seite der Medaille ist für mich die soziale Frage. Der Riss, der sich in unserer Gesellschaft auftut. Ich arbeite als Pastoralreferentin und Seelsorgerin in der Offenen Tür Erlangen. Dort bekomme ich im Kontakt mit vielen Hilfesuchenden täglich mit, was die derzeitige Krise mit den Menschen macht. Der Kontakt mit diesen Menschen ist mir immer wichtig gewesen. Denn sie sind für mich ein Seismograph, wie es wirklich um den sozialen Zusammenhalt in unserer Gesellschaft steht. Und ich finde, wir müssen als Demokratie und als demokratische Partei eine gerechte Antwort auf die soziale Frage finden. Deshalb stehe ich für eine Politik, die das Soziale und das Ökologische zusammendenkt. Es ist für das Vertrauen in die Demokratie wichtig, dass wir diese beiden Themen angehen und tragfähige Lösungen erarbeiten.

Wenn du in den Landtag einziehst, was willst du als Direktkandidatin für unseren Wahlkreis Erlangen-Höchstadt erreichen?
Stichworte sind für mich: den Flächenfraß eindämmen, nachhaltiges Wirtschaften in allen Bereichen, die Erneuerbaren Energien in Form von Windkraft und PV-Flächen auszubauen, der konsequente Ausbau eines sicheren Radwegenetzes und die Verbesserung des ÖPNV, das sind nur einige Punkte, die ich für wichtig erachte. Es gibt vieles, was wir nicht mehr aufschieben dürfen, weil wir die Zeit nicht mehr haben. Und bei all dem ist mir wichtig, die Menschen hier vor Ort für diese Veränderungen zu gewinnen, Vertrauen zu schaffen, im Gespräch miteinander zu bleiben, ihre Anliegen und Fragen ernst zu nehmen.

(Interview mit der GRÜNEN POST KALCHREUTH, Ausgabe 6, Herbst 2022)

Kontakt: monika.tremel(at)gruene-kalchreuth.de